Kosten die bei einem Scheidungsverfahren entstehen

Über die Höhe der Kosten die bei einem Scheidungsverfahren entstehen, sind die unterschiedlichsten Gerüchte verbreitet worden, so dass vielfach eine große Verunsicherung entstanden ist. Wir möchten Ihnen die wichtigsten Grundsätze erläutern und stehen bei Fragen jederzeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Grundsätzlich weisen wir zunächst daraufhin, dass bei geringem Einkommen, z.B. bei Sozialhilfebezug, ein Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt werden kann. Der Staat zahlt dann die Kosten des Antragstellers oder gestattet eine monatliche Ratenzahlung.

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt normalerweise nicht die Kosten für familiengerichtliche Verfahren. Je nach den Versicherungsbedingungen kann allerdings eine Beratung im Deckungsschutz eingeschlossen sein.

Bei einem Scheidungsverfahren entstehen Gerichtskosten, Rechtsanwaltskosten und sonstige eigene Fahrt-, Telefon- oder z.B. Portokosten.

Die Gerichtskosten tragen die Eheleute im Fall der Scheidung grundsätzlich jeder zur Hälfte. Die Anwaltskosten richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und werden von der Partei gezahlt, die den Rechtsanwalt beauftragt. Das bedeutet, jeder trägt seine eigenen Anwaltskosten und die Hälfte der entstandenen Gerichtskosten.

Für das Scheidungsverfahren wird von dem Gericht und nicht von dem Rechtsanwalt nach Abschluss des Verfahrens verbindlich ein sogenannter Gegenstandswert festgesetzt. Nach diesem Wert richten sich die Gerichtskosten und auch die Höhe der jeweiligen Rechtsanwaltsgebühren.

Der Wert für das Scheidungsverfahren errechnet sich in der Regel aus dem dreifachen Monatsnettogehalt beider Eheleute, abzüglich 250 Euro je unterhaltsberechtigtem Kind pro Monat. Der Mindestwert beträgt 2000 Euro, wenn z.B. beide Eheleute über kein Einkommen und sonstiges anrechenbares Vermögen verfügen.

Für den Fall, dass der Versorgungsausgleich durchgeführt wird, ist die Höhe des Gegenstandswertes von der Zahl der auszugleichenden Rentenversicherungen abhängig. Der Gegenstandswert beträgt 10% des dreifachen Monatsnettoeinkommens beider Eheleute je bestehender Rentenversicherung; der Mindestwert beträgt 1000,- Euro, wobei kein zusätzlicher Wert anfällt, wenn der Versorgungsausgleich nicht durchgeführt wird.
Da gerade die Höhe des Gegenstandswertes auch für die Höhe der Rechtsanwalts- und Gerichtskosten maßgeblich ist, setzen wir uns für Sie gegenüber dem Gericht dafür ein, dass der Wert bei einfachen Verfahren um 25 % und wenn möglich mehr gemindert wird und pro Kind weitere 250 Euro in Abzug gebracht werden. Dadurch werden die Scheidungskosten gesenkt, ohne dass Ihnen dadurch irgendein Nachteil entsteht.
Bei der Erstellung des unverbindlichen Kostenvoranschlages gehen wir von einer entsprechenden Reduzierung des Gegenstandswertes und dem Mindestwert für den Versorgungsausgleich aus. Eine Abschlussrechnung erfolgt nach Ende des Verfahrens und verbindlicher Festsetzung des Gegenstandswertes durch das Gericht.

Die voraussichtlich entstehenden Kosten können Sie jederzeit unverbindlich bei uns erfragen.

Rufen Sie uns an unter 0251/57778.